Wochen Impuls

28. Sonntag (Jahreskreis A):
Eine ausgeschlagene Einladung

In unserer Basilika St. Georg in Ochsenhausen gibt es ein, für unser heutiges Empfinden, schwer erträgliches Bild: die Vertreibung der Hohenpriester, also des Judentums, aus dem Tempel und, statt ihrer, der Einzug der Kirche. Heute wissen wir uns mit den Juden eng verbunden, als unseren ‚älteren Schwestern und Brüdern im Glauben‘. Jesus war und ist, sein Leben lang, Jude geblieben. Eine solche Darstellung wäre für ihn undenkbar – ja, unerträglich – gewesen!
Tatsächlich aber stand Jesus mit dem jüdischen Priesteradel, den Hohenpriestern seiner Zeit in einem unüberbrückbaren Konflikt, weil diese in erster Linie den Erhalt ihrer Privilegien und Macht sowie des Kultes im Blick hatten und weniger das Wohl und die Nöte der einfachen Gläubigen.
Aber genau darum ging es Jesus in den Evangelien der vergangenen und auch dieses Sonntages: Gott bevorzugt nicht die Privilegierten und (Selbst-)Gerechten, sondern er lädt ein: Alle, sogar: Böse und Gute (Mt 22,10), Zöllner und Dirnen (Mt 21,31), eben diejenigen, die wirklich das wahre, mitmenschliche Leben suchen und bereit sind gute Frucht abliefern (Mt 21,41), zu seinem himmlischen Festmahl.

Bild: Fresco in der Basilika St. Georg Ochsenhausen + Text: PR Karlheinz Bisch

 

Erstkommunionfeier 2020:
"Jesus erzähl uns von Gott"

Erntedank und Caritas 2020:
Dankbar sein für alles Gute

Erntedank ist ein traditionelles Fest, an dem wir für die Lebensgrundlagen, die Gott uns anvertraut hat, danken. Auf dem Erntealtar von 2016 aus Bellamont finden wir das Gebet:

Du Mutter Erde, gut und mild,
daraus uns lauter Segen quillt,
ihr Blumen bunt, ihr Früchte treu,
die Jahr um Jahr uns reifen neu.
Drum singt und dankt.
Gott zur Ehre!

Darüber hinaus sind wir dankbar für all die Menschen, die den Auftrag, die Natur zu bebauen und zu behüten, für uns alle gut, verlässlich und gewissenhaft erfüllen. Wir dürfen aber nicht vergessen: Gute Menschen, die in Gottes Schöpfung mit-gestalten, brauchen wir nicht nur in der Landwirtschaft oder der Gärtnerei. Gott hat uns Menschen auch Verantwortung füreinander übertragen. Daher brauchen in allen Lebensbereichen Menschen, die Gutes tun: Gutmenschen, für die wir und Gott dankbar sind! Menschen wie Milad, OP-Assistent der anderen hilft, der Busfahrer Klaus, der in seiner Freizeit Behinderten Träume erfüllt, die Altenpflegerin Franziska, die Dementen neue Lebensfreude schenkt. Sie und andere, die im guten Sinn des Wortes ‚Gutmenschen‘ sind, stellt uns die Caritas in kurzen Internet-Filmen vor.

Erntedank 2016 + Text: PR Karlheinz Bisch / Bild ‚Gutmensch‘: Caritas.de

 

Caritas-Woche 2020: Sei gut, Mensch!

Viele Menschen sind bereit, Gutes zu tun. Sie übernehmen Verantwortung für den Nächsten und die Gemeinschaft, setzen sich für sie ein und helfen, wo sie können, wann immer Unterstützung benötigt wird. Wie arm wären wir ohne Menschen, die spontan bereit sind, dies zu tun! Durch gute Menschen um uns herum, wird das Leben lebenswert. Wir brauchen, im wahrsten Sinne des Wortes, ‚Gutmenschen‘!

Aber: statt Anerkennung zu finden, werden Menschen, die versuchen Gutes zu tun, heute als "Gutmenschen" verspottet. Die Jury ‚Unwort des Jahres 2016 ‘ kritisierte, der Begriff „Gut-mensch“ werde verwendet, um „Toleranz und Hilfsbereitschaft als naiv, dumm und weltfremd, als krankhaftes Helfersyndrom oder moralischen Imperialismus“ zu diffamieren.

Um dieser Umwertung der Werte durch eine, im Moment - trotz ihrer Lautstärke und oft hasserfüllten Auftretens – noch kleinen Minderheit entgegenzutreten, ver-wendet die Caritas-Kampagne den Begriff ‚Gutmensch‘ im wortwörtlichen Sinn, also als Bezeichnung für einen guten Menschen. Darauf sollten wir alle achten.

Bild: Caritas.de- Text(Grundlage: Caritas-Infos): PR Karlheinz Bisch

 

‚Wie oft soll ich dir denn noch vergeben?!‘

Darauf antwortet Jesus im Evangelium dieses Sonntags (Mt 18, 21-35) und sagt: Es darf keine Obergrenze geben, wenn es darum geht, wie oft wir einander vergeben! Jesus sagt ‚nicht: bis zu siebenmal, sondern bis zu siebzigmal siebenmal‘. Das heißt so viel wie undendlich oft! Vergebungsbereitschaft kann man nicht abzählen, sondern sie ist eine Haltung des Herzens: Wir müssen einander von ganzem Herzen vergeben. Vergebung braucht unsere bewusste Entscheidung, die bedeutet, sich ständig darum zu bemühen, bereit zu sein, anderen zu vergeben. Wenn wir vergeben, tun wir, was Gott tut und anderen wird durch unser Tun die Barmherzigkeit Gottes sichtbar. Vergebung heilt nicht nur den, dem vergeben wird, sondern auch den, der vergibt.
Wer sich ständig über andere ärgert und dessen Gedanken und Gefühle ständig um das kreisen, was ihren Geist lähmt und ihr Herz quält, riskiert am Ende selbst krank zu werden und daran zu zerbrechen. Wer nicht bereit ist zu vergeben, sammelt nur Hass und Rache in seinem Herzen und er lebt ständig mit diesen Gefühlen. Was er auch tut, er tut es ohne Frieden und Freude.
Ziel der Vergebung ist nicht die großmütige Leistung der Person, die vergibt – und auch nicht das Vergeben an sich, sondern es kommt in erster Linie ganz einfach darauf an, zum normalen Leben zurückzukehren und friedlich zu leben!
Wenn wir denen vergeben, die uns verletzen, lernen wir auch, andere nicht zu verletzen. Und der Akt des Vergebens hilft auch dem Gegenüber, sich die ‚Warum‘-Frage zu stellen und über sein Verhalten nachzudenken und umzudenken.
Vergebung als Haltung des Herzens heilt aber nicht nur die Einzelnen, sondern auch die ganze Gesellschaft. Wir sollten niemals vergessen, dass Vergeben bedeutet, sich selbst und andere zu heilen.

Martha Gahbauer (Ausschnitt, aus: pfarrbriefservice.de) - Text: Pfr. Joel Nirmalraj

 

Urlaub und Ferienzeit:
Kommt alle zu mir - ich will euch erquicken.

Jesus sagt diesen Satz zu den Menschen, die ‚sich abmühen und die niedergedrückt sind.‘ Ich denke und glaube, dass es wert und notwendig ist, in dieser Zeit über diesen Text (Mt 11,25-30) nachzudenken. Denn: Er gibt uns Trost und lässt uns erkennen, dass wir nicht allein sind und Gott mit uns ist.
Der Evangelist Matthäus verwendet die Worte ‚Joch‘ und ‚Last‘, um auf die Leiden und Schwierigkeiten der Menschen hinzuweisen.
Jeder von uns hat in irgendeiner Weise an irgendetwas schwer zu tragen: Sorgen, Stress, Probleme und auch Fragen. Manches Mal wollen wir unsere Lebenssituationen nicht akzeptieren, sie vermeiden oder ihnen entfliehen.
Wir alle zögen es vor, glückliche und gesunde Menschen zu sein. Deshalb suchen viele Menschen nach bestimmten Aktivitäten, von denen sie sich erhoffen, dass sie entlasten oder helfen, den Sorgen zu entfliehen. Aber wie oft wird dieses Bemühen und das dazu gehörende Tun dann selbst wieder zu einer Anforderung, die einen erneut unter Druck setzt?
Der Glaube an Gott ist die Grundlage für unser christliches Leben. Wir wissen, dass Jesus gekommen ist, um die Bedrückten zu trösten. Er hat ein Herz für all die Deprimierten, Unterdrückten und Enttäuschten. Er möchte ihnen Frieden und Trost geben, sie von ihrer Last befreien und sie so annehmen, wie sie sind.
Lasst uns den Fußspuren Jesu folgen! Fragen wir uns: Wo kann ich, wie Jesus, ein Segen für andere werden? Kann ich die barmherzige Liebe Jesu mit Menschen teilen, die am Ende ihrer Kraft sind und Sorgen oder Schmerzen haben? Wo kann ich Zuneigung und Nähe schenken, anderen zuhören und ihnen Trost spenden?

Bild: ‚Zeit haben und zuhören‘ (silviarita/cc0-gemeinfrei/pixabay.com) - Text: Pfr. Joel Nirmalraj

 

Urlaubs- und Ferienzeit:
Das Glück suchen?

Meist bringen wir gern etwas aus dem Urlaub mit, sozusagen als Erinnerung an glückliche Tage: Souvenirs, etwas zum Essen oder Trinken und manchmal, wie auf dem Bild, auch ein Pflänzchen oder auch mal einen Sinnspruch.
Dieser hier stammt vom Dichter Ugo Foscolo, ein italienischer Zeitgenosse Goethes: ‚Das Glück kommt nicht ungerufen. Man muss ihm entgegengehen.‘
Sätze wie dieser sind so einfach und klar, dass man ihnen spontan zustimmt. - Aber: Stimmt das denn wirklich? Ist jeder - sprichwörtlich -‚allein seines Glückes Schmied‘? Ich denke: Nein, das stimmt nicht! Auch dagegen spricht auch unsere Urlaubserfahrung. Ankündigungen wie: ‚Heute verbringen wir einen besonders schönen, glücklichen Tag!‘ bewirken meist das genaue Gegenteil, wahrscheinlich, weil wir es so wollen und dann alles viel zu verbissen angehen.
Gerhard Lohfink, mein Lehrer in Sachen Neues Testament, hat das Glück einmal mit dem Reich Gottes verglichen: Es ist nicht planbar, man kann es nicht machen. Der Versuch, es doch selbst in die Hand zu nehmen, führt eher zu Gewalttätigkeit. Man kann nur offen dafür sein und bereit, es anzunehmen. Mehr aber auch nicht!
Denn: Es ist immer ein Geschenk Gottes. Es fällt einem zu. Ganz unverdient!

Bild: Friedbert Simon aus: Pfarrbriefservice.de
Text: Pastoralreferent Karlheinz Bisch

 

 

16. Sonntag im Jahreskreis A:
Vom Unkraut im Acker
(Matthäus 13,24-33)

Das Gleichnis im Sonntags-Evangelium will uns Gottes Wort als Nahrung, Kraft und Ermutigung nahebringen, besonders für diejenigen, die schwach und entmutigt sind und die darunter leiden, dass oft so vieles sinnlos oder ausweglos erscheint.

Das, was das Gleichnis beschreibt, war den Menschen in Palästina vertraut: Ein Unkraut, der Taumel-Lolch, war für die Bauern ein regelrechter Fluch. Anfangs ähnelt die giftige Pflanze dem Weizen so sehr, dass es unmöglich ist, sie zu unterscheiden. Erst, wenn sich die Frucht ausbildet, ist es möglich, sie auseinander zu halten. Aber bis dahin sind die Wurzeln des Lolchs und des Weizens so stark verflochten, dass nicht mehr gejätet werden kann, ohne auch den Weizen mit auszureißen: Da sagten Diener: "Sollen wir gehen und es ausreißen? Er aber sagte: "Nein, sonst würdet ihr das Unkraut zusammen mit dem Weizen ausreißen!“ (Mt 13, 28f)

Also musste man beide bis zur Erntezeit wachsen lassen und am Ende die Ähren mühsam aussortieren.

Es ist klar, dass Jesus Interesse hat, das gute Korn zu retten. Er will dem Weizen alle möglichen Chancen geben zu wachsen.

Wir leben in einer Welt, in der es Gut und Böse, Wahrheit und Irrtum gibt. Wenn wir ein gutes Leben führen und Jesus nachfolgen wollen, wenn wir unsere Arbeit von ganzem Herzen tun, müssen wir uns im Leben vielen Schwierigkeiten stellen.

Wie oft wurde Jesus von Pharisäern als "Freund der Zöllner und Sünder" getadelt. Das Gleichnis lehrt uns, geduldig zu sein. Auch wenn wir das Laster hassen, dürfen wir nie aufhören, die Menschen zu lieben. Wenn uns der Mut zu verlassen droht, weil das Unkraut in unserem Leben über den Weizen zu siegen scheint, brauchen wir dennoch nicht zu verzweifeln:

Vertrauen Sie auf Gott! Wir müssen offen sein und Ihn um Hilfe bitten. Wir sollten nie vergessen, dass Gott uns von allem Bösen erlösen wird.

Bild (Ausschnitt): Lolch, A. Chapman (Wikimedia-Commons-Lizenz) - Text: Pfr. Joel Nirmalray

 

 

13. Sonntag im Jahreskreis A:
In der Nachfolge Jesu

Können wir ihm folgen, indem wir auf die Lehre Jesu hören? - Überhaupt: Passt seine Lehre noch in die heutige Zeit? - Sind seine Fußstapfen nicht zu groß für mich?

Um solche Fragen kreisen unsere Gedanken. Der Versuch, die Lehren Jesu für unser Leben anzunehmen und auch danach zu leben bleibt, damals für die Jünger, genauso wie für uns heute, eine Herausforderung. Das Evangelium ermutigt uns jedoch, danach zu leben und unser Leben in Harmonie mit Gott zu gestalten. Selbst wenn wir nur versuchen, nur ein wenig nach der Lehre Jesu zu leben und es uns nicht vollkommen gelingt, ganz von seinem Wort erfüllt, in ihr zu leben, so ist es zumindest unser Wunsch, alle, die es wenigstens versuchen, mit Wohlwollen, Ermutigung und Mitarbeit zu unterstützen. Es ist wie im Sport: Viele Läufer sind im Rennen. Man applaudiert allen, die daran teilnehmen. Sie sind mehr oder weniger erfolgreich, doch keiner scheitert vollkommen und sie behindern einander auch nicht. Genau so sollten wir unsere Zusammenarbeit in einer Gemeinde sehen: Das individuelle Tempo und Talent jedes Einzelnen anerkennen und für alle, die danach streben, das Wort Jesu zu leben, Gottes Segen erbitten. Mitgefühl und Nähe machen Gottes Liebe erfahrbar. Geborgenheit und Trost sind wertvolle Lebenserfahrungen, die wir schätzen. All das sind Gottes Geschenke an uns, sein Segen, für den wir ihn gepriesen. Lasst uns dieses Geschenk auch an andere weitergeben!

Bild: Jim Wanderscheid in: Pfarrbriefservice.de)
Text: Pfr. Joel Nirmalraj

 

 

12. Sonntag im Jahreskreis A:
Ich höre die Verleumdung…
(Jer 20,10)

Jeremia, den wir in der 1. Lesung dieses Sonntags hören, war ein Prophet – und bei seinen Zeitgenossen alles andere als beliebt, denn er nahm ‚kein Blatt vor den Mund‘. Propheten reden oft in ausdrucksstarken Bildern, aber stets ‚unverblümt‘! Probleme werden nicht vertuscht, sondern offen angesprochen. Und: Propheten nennen ‚Ross und Reiter‘ beim Namen. Viele mögen das alles gar nicht.

Das ist auch heute noch so, auch unter Christen: ‚Da haben welche g‘sagt, dass…‘ – Wer? – ‚Des darf i dir net sagen!‘ Solche alltäglichen Sätze vergiften Gespräche und Beziehungen.
So ähnlich funktioniert auch Hass-Rede im Internet, deren Erscheinungsformen im Bild aufgelistet sind. Dagegen fordert Jesus ehrliche Offenheit: ‚Was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet auf den Dächern!‘ (Mt 10)

Bild: Christian Schmitt auf Pixabay-Basis aus: pfarrbriefservice.de - Text: PR Karlheinz Bisch

 

11. Sonntag Jahreskreis A – Aussendung der Jünger:

Erfahrungen auf dem Weg

Jeder von uns ist auf dem Weg, reist einem Ziel entgegen. Natürlich ist das ultimative Ziel unseres Lebens, Gott zu erreichen. Aber auch in unserem sozialen Leben möchten wir etwas erreichen. Manche sind ehrgeizig und wollen z.B. ins Guiness-Buch der Rekorde kommen, ein anderer möchte viele Bücher zu schreiben, usw. ...

Aber: ist das so einfach möglich? Nein, wir stoßen auf Schwierigkeiten, erleben Misserfolge und Rückschläge. Immer wieder müssen wir hart arbeiten, es erneut versuchen. Ohne Anstrengun-gen werden hochgesteckte Ziele nicht erreicht.

Einst fragte ein Vogel die Fische im Fluss: ‚Warum schwimmt ihr gegen den Strom? Wenn ihr mit der Strömung schwimmt, würde es Euch leichter fallen!‘ Die Fische antworteten dem Vogel: ‚Nur die Toten schwimmen mir der Strömung! Wir aber sind am Leben. Und deshalb können und müssen wir gegen die Strömung schwimmen!‘

Wenn wir unsere Ziele klar vor Augen haben, wird uns der Weg dahin leichter fallen. Auch die Stolpersteine auf unserem Weg bereiten und dann weniger Sorgen. Von Thomas Alwa Edison wissen wir, dass sein Labor dreimal abbrannte, bis er am Ende die Glühbirne erfunden hatte. Als König Napoleon bei Waterloo besiegt wurde, floh er in eine der Höhle. Dort beobachtete er eine Spinne, die sich unermüdlich mühte. So bekam auch er neuen Mut!

Bild: Bistum Luxemburg (in: pfarrbriefservice.de)
Text: Pfr. Joel Nirmalraj

 

Also: wir müssen uns selbst sagen, du kannst, wenn du denkst, dass du es kannst! Wenn uns in unserem Leben Schwierigkeiten begegnen, sollen wir nicht gleich aufgeben. Wir können von der Natur lernen: Schauen wir uns die Bäume an: Wie oft schneiden oder brechen wir Äste ab, ihre Wurzeln werden unterspült, aber sie wachsen und sprießen, treiben immer wieder neu aus!

 

 

Dreifaltigkeitsonntag – Fronleichnam:
Gottes Liebe wird sichtbar

Auf Pfingsten, das Fest des Heiligen Geistes, folgen Fronleichnam und der ‚Dreifaltigkeits- Sonntag‘. An allen drei Festen besinnen wir uns auf Aspekte des Glaubens, die im Herzen spürbar, aber eigentlich nicht ‚offensichtlich‘ sind.

Wir glauben an den ‚dreifaltigen Gott‘. Eigentlich ist das eine recht einfache Sache, denn das bedeutet: wir kennen drei Wege, den einen Gott zu erfahren und ihm zu begegnen: Als Gott Vater, dem Herrn der Schöpfung, in Jesus Christus und als den Heiligen Geist, der die beiden und uns, auch untereinander – in Liebe verbindet.
Als früher Hinweis in der Bibel auf die Dreifaltigkeit Gottes wird der Besuch von drei Männern bei Abraham (Gen 18) verstanden. Das gestickte Bild auf einem liturgischen Gewand stellt es dar. Abraham und Sara hatten sie fürstlich bewirtet. Im Verlauf des Mahles erfuhren die beiden, dass sie, dass Gott ihnen doch noch einen Sohn schenken würde. Und: die drei sprachen wie aus einem Munde…
Und an Fronleichnam feiern wir das eucharistische Mahl, in dem die Liebe Gottes in Jesus Christus Gestalt annimmt. Mitten in unserer Welt!

Bild: Katharina Wagner (aus: pfarrbriefservice.de) - Text: PR Karlheinz Bisch

 

Pfingsten: Heiliger Geist und Feuerzungen

Die Pfingstrose hat ihren Namen, weil sie an Pfingsten aufblüht. Und die Rottöne der Blüten erinnern uns daran, was dem Pfingstfest wesentlich ist: Rot, das ist die Farbe der Liebe. Der Heilige Geist, dessen Kommen und Gegenwart wir an Pfingsten feiern, ist der Geist der Liebe Gottes, die alles durchdringt und verbindet.

Das Bild der erblühten Pfingstrose erinnert aber noch an etwas anderes, das dem biblischen Pfingstbericht eigen ist: Nämlich an die Feuerzungen, die über die Jünger*innen herab kamen. Die sind natürlich ein Bild, und nicht wortwörtlich zu nehmen.

Ein Gespräch wie aus der Firmvorbereitung:
Kevin (16 Jahre): Warum sind die Menschen nicht verbrannt, als an Pfingsten Feuerzungen auf sie herabkamen?
Christina Riecke: Die Menschen, die uns von Pfingsten berichten, sagen, dass dieses Erlebnis wie das Rauschen von Wind war und wie ein Feuer. Es fühlte sich an wie Feuer. Es ist vielleicht wie die Erfahrung, verliebt zu sein. Du denkst, dein Herz brennt! Es verbrennt dich nicht wirklich, du bist aber Feuer und Flamme. Pfingsten, das passiert heute, wenn Gott dich begeistert - und dabei kann dir richtig warm ums Herz werden.‘
(aus: Konnte Jesus übers Wasser gehen?, Bonifatiusverlag 2005)

Bild: Martha Gahbauer + Zitat aus: pfarrbriefservice.de - Text: PR Karlheinz Bisch

 

7. Sonntag der Osterzeit:

Betet füreinander

Jesus gab uns ein Beispiel dafür, was wir beten sollen. Er betete für seine Jünger und für alle kommenden Generationen, die ihm folgen würden. Sein Gebet war, dass Gott sie beschütze und stärke, solange sie in dieser Welt sind. Jesus betete auch für diejenigen, die durch die Botschaft des Evangeliums (Johannes 17) zum Glauben an ihn kommen würden.

Wenn wir uns Christen nennen, bedeutet das, dass wir den Namen Christi annehmen und versuchen, wie er zu sein. Als Christus auf der Erde war, gab er uns ein Beispiel, indem er betete. Er betete um Führung, er betete für seine Jünger und Anhänger, er betete in Dankbarkeit und Lobpreis.

Das Gebet ist in der Tat eine Gelegenheit, Gott kennenzulernen und eine Beziehung zu ihm aufzubauen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass wir, um diese Beziehung aufzubauen, verstehen müssen, dass Beten eine gegenseitige Kommunikation erfordert. Eine Beziehung mit Gott aufzubauen ist ähnlich wie Beziehungen mit Menschen aufzubauen. Gespräche müssen in beide Richtungen gehen; wir reden, und dann wieder hören wir zu. So ist es auch mit Gott. Das Gebet gibt uns die Möglichkeit, Gott zu sagen, wie wir uns fühlen. Wir können um Führung, Hilfe und Antworten auf Fragen bitten. Es ist auch eine Gelegenheit, von ihm zu lernen, was sein Wille für uns ist.

Peter Weidemann (aus: pfarrbriefservice.de) - Text: Pfarrer Joel Nirmalray

 

6. Sonntag der Osterzeit – Christi Himmelfahrt:

Ganz nah und ganz fern

Manchmal scheint uns der Himmel sehr nah: Und wenn die Wolken aufreißen, scheint er uns offen, der Blick weitet sich, Licht bricht durch und alles hellt sich auf.

Die Erfahrungen der Jünger mit dem Auferstandenen scheinen ähnlich ambivalent gewesen zu sein: Einmal begegnete er ihnen ganz alltäglich: beim Essen, beim miteinander Reden, beim Fischen. Das ist alles sehr konkret und den Jüngern ist es, als hörten Jesus sagen: ‚Ich bin bei Euch alle Tage‘. Aber ganz so einfach ist es nicht. Im Sonntagsevangelium stellt Jesus klar: ‚Ihr seid in mir und ich bin in Euch‘.

Die Himmelfahrtsgeschichte führt uns dies deutlich vor Augen: Jesus verschwindet in einer Wolke! Die Wolke steht in der Symbolsprache der Bibel immer für Gott. Das bedeutet: Jesus ist ausschließlich in der Art erfahrbar, wie Gottes erfahrbar ist, also, im Herzen und im Glauben. Und zwar in dem, wie seine Jüngerinnen und Jünger leben und in dem, was sie tun. - Auch heute!

Bild + Text: PR Karlheinz Bisch

 

5. Sonntag der Osterzeit - Muttertag:

Ganz für die anderen dasein 

Die 1. Lesung dieses Sonntags berichtet uns von der Wahl der 7 Diakone. Es sei für die Apostel zu viel geworden, sich allein um alle und alles zu kümmern. Die Apostelgeschichte verschweigt uns aber, dass die Apostel damit auch die Leitung eines Teils der Ur-Gemeinde an die Diakone übertragen haben. Wenn‘s zu viel wird, muss man auch loslassen können! Mütter wissen, dass es gut tut, wenn sie im Alltag nicht nur allein für die anderen da sein müssen, sondern auch immer wieder jemand bereit ist, zu helfen. Allen, die für andere da sind, sagen wir eine ganz herzliches DANKE!

Bild: (pixabay-Lizenz) und Lyrik aus Pfarrbriefservice.de
Text: PR Karlheinz Bisch

 

Lyrik zum Alltag:

Zwischen 

staubsauger und telefon 

noch schnell einen kurzen brief

und die flasche rotwein 

für den abend 

beim einkauf

den salat nicht vergessen

die treppe putzen und schnell

die wäsche aufhängen

bevor es regnet

nach der zweiten mahnung 

die rechnungen bezahlen 

beim arzt das rezept abholen

die kinderschlägerei 

im sandkasten verhindern

den chef besänftigen

die nudeln kochen

 

ich 

koche 

auch

 

Marianne Willemsen